David Kölbener, unser Leiter IT-Entwicklung, im Interview über sein dreimonatiges Sabbatical in Australien

 

Wie lange vorher hast du das Sabbatical in die Wege geleitet?
Die ersten allgemeinen Fragen in der Schule und am Arbeitsplatz, ob so etwas möglich ist, und was es dazu braucht, hatten wir etwa zwei Jahre vor dem Start gemacht. Corona war damals noch ein grosses Thema und somit für uns die Timeline noch nicht klar. Zwischen einem und drei Jahre kam alles in Frage. Mit der konkreten Planung starteten wir knapp ein Jahr vor dem Start.

 

Was waren aus deiner Sicht die wichtigsten Vorbereitungen im Geschäft?
Einerseits ging es darum, die Stellvertretungen und Verantwortungen zu definieren und zu kommunizieren. Dies hatte ich schon früh angefangen, um auch die Themen mit einer langsamen Periodizität mitzubekommen. Auf der anderen Seite versuchte ich die laufenden Themen möglichst gut abzuschliessen, sodass nebst dem Operativen wenig Inhaltliches übernommen werden musste.

 

Was waren auf der privaten Seite die grössten Herausforderungen in der Vorbereitung: Wie schwierig war es zum Beispiel, die Kinder aus der Schule zu nehmen?
Die grösste Herausforderung war, Entscheidungen zu treffen ohne viel Informationen zu haben. Wie viele Kilometer pro Tag sind ein gutes Tempo? Benötigen wir einen neueren Camper oder tut es ein älteres Model auch? Was für eine medizinische Grundversorgung haben wir dabei? Aus unserer Reiseerfahrung wissen wir, dass man die Lage vor Ort erst nach einer gewissen Zeit einzuschätzen lernt, und dies dann oft auch anders aussieht als aus der Ferne.

Auf die Schule werde ich oft angesprochen. Dies war ein starkes miteinander. Wir hatten von der Schule sehr viel Unterstützung bekommen, um als Familie dieses einmalige Abenteuer erleben zu können. Die Kinder sind mit sehr viel neuen Erfahrungen zurückgekommen. Und bezüglich des Schulstoffs hatten sie gegenüber ihrer jeweiligen Klasse sogar etwas Vorsprung.

 

Konntest du wirklich abschalten? Wurdest gerade du als Führungskraft nicht die ganze Zeit mit E-Mails belästigt?
Ja ich konnte abschalten. Es benötigte einige Tage, bis ich das Geschäft hinter mir gelassen hatte. Dabei waren zwei Faktoren wichtig: Einerseits hatte ich mit Patrick Ponti einen Stellvertreter, dem ich vollkommen vertraute. Auf der anderen Seite wurde die Verantwortung der verschiedenen Themen gut übernommen. Konkret wurde ich drei Mal geschäftlich kontaktiert und hatte insgesamt nicht mehr als 30 Minuten Aufwand. Dies ist aus meiner Sicht eine Topleistung von allen Mitarbeitenden, welche meine Arbeit übernommen hatten.

 

Was waren die wichtigsten Erfolgsfaktoren, und was würdest du das nächste Mal anders machen?
Ich würde im Nachhinein nichts anders machen. Rückblickend haben sich viele Entscheidungen als richtig erwiesen.
Der wichtigste Erfolgsfaktor ist sicher, ein Ziel zu haben. Weshalb machen wir so eine Reise? Für uns war das Ziel, Zeit zu haben – und nicht wie viele andere, «so viel wie möglich zu sehen». Dies hat gerade auch unterwegs immer wieder geholfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und uns danach auszurichten.

 

Lass uns etwas träumen und in Gedanken nach Australien fliegen: Was war dein ganz privates Highlight?
Unterwegs zu sein. An einem Ort anzukommen, eine Nacht da zu sein und spontan entscheiden zu können, es gefällt uns hier, wir bleiben noch eine Weile. Von der Landschaft her ist das schwer zu sagen. Cape Tribulation war sicherlich ein Highlight: Weil das Baden im Meer wegen den Krokodilen nicht möglich war, haben wir am Strand Kokosnüsse gesammelt und gegessen.

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